Leben mit zwei oder mehreren Hunden
Individuelle Aufmerksamkeit und Beschäftigung
und praktische Tipps für ein entspanntes und harmonisches Zusammenleben
Ein gutes Miteinander
Ein harmonisches Zusammenleben mit mehreren Hunden wird durch einen gut strukturierten Alltag, klare und verlässliche Abläufe sowie positive gemeinsame Erfahrungen unterstützt.
Jeder Hund sollte ausreichend Möglichkeiten haben, sich zurückzuziehen, zur Ruhe zu kommen, zu lernen und individuell Zeit mit seinem Menschen zu verbringen. So können die Hunde Sicherheit und Vertrauen entwickeln und lernen, in Gegenwart des anderen entspannt zu bleiben.
Für jeden Hund einen eigenen Bereich schaffen
Eigene Ressourcen und vertraute Plätze unterstützen ein entspanntes Zusammenleben.
Für jeden Hund empfiehlt sich beispielsweise:
- ein eigenes, gemütliches Bett oder einen persönlichen Ruheplatz
- einen eigenen Futternapf mit ausreichend Abstand zum Napf des anderen Hundes
- eine eigene Matte als vertrauten Platz zum Entspannen und Zur-Ruhe-Kommen
- eine eigene Schleckmatte, vorbereitet mit etwas weichem Hundefutter –
eine angenehme Beschäftigung, die zur Entspannung beitragen kann - ein eigener Suchbereich für kleine Futtersuchspiele, beispielsweise mit ausgestreutem
„Vogelfutter“ (kleine Futterstückchen) oder Leckerli im Gras - geeignete Such- und Beschäftigungsspielzeuge, wie ein Futterbeutel oder bevorzugte Spielzeuge
- ein grosses, weiches Kuscheltier für den eigenen Schlafplatz
Fütterung – in Ruhe geniessen
Beim Fressen sollte jeder Hund die Möglichkeit haben, seine Mahlzeit in Ruhe und mit ausreichend
Abstand zum anderen Hund einzunehmen.
- Sorgen Sie für einen geeigneten und möglichst störungsfreien Futterplatz für jeden Hund.
- Wechseln Sie gelegentlich die Reihenfolge der Fütterung.
So können beide Hunde lernen, entspannt zu warten, bis sie an der Reihe sind. - Beobachten Sie dabei die Körpersprache Ihrer Hunde und achten Sie darauf, dass beide Hunde
die Situation ruhig und sicher erleben.
Individuelle Aufmerksamkeit, Beschäftigung und Training
Jeder Hund profitiert von der regelmässigen ungeteilten Aufmerksamkeit seines Menschen.
Solche individuellen Momente stärken die Beziehung, fördern Vertrauen und vermitteln dem Hund:
„Jetzt bin ich dran!“
> Planen Sie bewusst gemeinsame Zeit mit jedem Hund allein ein !
Mögliche gemeinsame Aktivitäten
- individuelle Kuschel- und Ruhezeiten
- ruhige gemeinsame Momente mit beiden Hunden, bei denen jeder seinen persönlichen Abstand
einhalten darf - Schleckmatten zur Entspannung
• kleine Futtersuchspiele - gemeinsames Suchen und Apportieren von Spielzeug oder anderen geeigneten Gegenständen
- geeignete Kauartikel
Gemeinsam entspannen lernen
Ein wichtiger Bestandteil des Zusammenlebens mit mehreren Hunden ist die Fähigkeit, auch dann ruhig und gelassen zu bleiben,
wenn der andere Hund gerade etwas Spannendes erlebt.
Unterstützen Sie Ihre Hunde deshalb gezielt dabei, Ruhe und Entspannung in Gegenwart des anderen Hundes zu lernen.
Zum Beispiel:
- Ein Hund geniesst auf seiner Matte eine Schleckmatte, während Sie mit dem anderen Hund
trainieren. - Beide Hunde befinden sich auf ihrer jeweiligen Seite von Ihnen und werden für ruhiges
und entspanntes Verhalten belohnt. - Belohnen Sie beide Hunde regelmässig dafür, dass sie in Gegenwart des anderen Hundes
ruhig warten.
Auf diese Weise lernen die Hunde Schritt für Schritt:
„Auch wenn der andere etwas Schönes erlebt, lohnt es sich für mich, ruhig und entspannt zu bleiben.“
Kurze, regelmässige Übungen
Mit kurzen, regelmässigen Übungen können Sie Ihre Hunde dabei unterstützen, zuverlässige
und entspannte Gewohnheiten für den Alltag zu entwickeln.
Jeder Hund darf lernen:
- sich auf seinem eigenen Ruheplatz wohlzufühlen und dort zu entspannen
- in seinem eigenen Futterbereich in Ruhe zu fressen
- entspannt zu warten, während die Familie isst – auf seiner Matte in der Nähe oder,
falls erforderlich, angeleint - zuverlässig auf seinen Namen zu reagieren
- freudig zu kommen, wenn er gerufen wird
- angenehm und entspannt an der Leine zu gehen
- regelmässige Spaziergänge allein mit seinem Menschen zu geniessen
- ruhig zu warten, während der andere Hund trainiert wird oder sich jemand mit ihm beschäftigt
- die Fellpflege als vertrauten und angenehmen Bestandteil des Alltags kennenzulernen
- ruhiges Warten auszuhalten und dafür belohnt zu werden – beispielsweise während
der andere Hund gebürstet wird
Wichtige Grundsätze
- Hunde wiederholen Verhalten, welches sich für sie lohnt.
- Belohnen Sie deshalb besonders häufig jene Verhaltensweisen, die Sie öfter sehen möchten.
- Freundlichkeit, Geduld und eine klare, verständliche Kommunikation geben Ihrem Hund Sicherheit
und Orientierung. - Bestätigen und belohnen Sie Ihren Hund für das gewünschte Verhalten anstatt, „Fehler“ zu korrigieren.
So wird erwünschtes Verhalten Schritt für Schritt aufgebaut und für den Hund verständlich und lohnenswert.
Clicker Training
Der Click markiert exakt den Moment,
in dem Ihr Hund das gewünschte Verhalten zeigt.
Der Click vermittelt Ihrem Hund:
„Das war richtig – eine Belohnung kommt!“
Auf jeden Click folgt eine Belohnung, deshalb entwickelt sich der Click zu einem klaren und
zuverlässigen Kommunikationssignal.
Sie können Ihrem Hund damit präzise mitteilen, welches Verhalten Ihnen gefallen hat.
Gerade im Zusammenleben mit mehreren Hunden kann diese eindeutige Kommunikation
hilfreich sein, weil jeder Hund individuell und punktgenau für sein eigenes Verhalten bestätigt werden kann.
Belohnungen
Jeder Hund hat individuelle Vorlieben.
Finden Sie heraus, welche Belohnungen für Ihren Hund besonders wertvoll
und motivierend sind.
Mögliche Belohnungen sind beispielsweise:
- kleine, schmackhafte Futterbelohnungen
- freundliches verbales Lob
- gemeinsames Spielen
- ein Freigabesignal, beispielsweise „Frei!“
- die Möglichkeit, den anderen Hund – sofern dies für beide Hunde angenehm ist –
zu begrüssen oder Kontakt mit ihm aufzunehmen - gemeinsames Spiel mit einem anderen Hund
- die Suche nach versteckten Leckerli
Die beste Belohnung ist immer diejenige, die für den jeweiligen Hund in
diesem Moment tatsächlich wertvoll ist.
Denken Sie daran: Jeder Hund ist einzigartig.
Trainieren Sie jeden einzelnen Hund zunächst allein und erst später beide Hunde zusammen.
Beobachten Sie Ihre Hunde aufmerksam, berücksichtigen Sie ihre individuellen Bedürfnisse.
Kleine Fortschritte sind wertvoll und bilden die Grundlage für nachhaltiges Lernen.
Training soll Freude machen – für Ihre Hunde und für Sie!
- Erstellt am .





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